Mit der ESG-/Nachhaltigkeitsdebatte ist auch die Frage aufgekommen, ob und wie diese Themen die Bewertung von Unternehmen beeinflussen. Der Fokus dieser Diskussion knüpft regelmäßig an der ESG-Berichterstattung an, die zusätzliche, potentiell wertrelevante Informationen bereitstellt.
Diese, v.a. nichtfinanziellen Informationen können sowohl über die Kapitalkosten als auch die Zahlunsgströme in den üblichen Bewertungsverfahren (v.a. Ertragswert- und DCF-Verfahren) einen Effekt auf den Unternehmenswert entfalten. Mit diesem Ansatz können ausschließlich nichtfinanzielle Sachverhalte allerdings nicht berücksichtigt werden.
Ein alternativer Zugang zu diesem Thema erfolgt aus der Perspektive des ökonomischen Entscheiders. Verfolgt dieser mit seinem Unternehmenseigentum auch nichtfinanzielle Ziele, können diese wertrelevant sein. Diese Perspektive lässt sich nicht nur in der betriebswirtschaftlichen Theorie verankern, sondern sie lässt sich auch in der Praxis beobachten: Gerde mittelständische Unternehmer verfolgen mit ihrem Unternehmenseigentum regelmäßig auch nichtfinanzielle Ziele (z.B. soziale Ziele).
Hieraus lässt sich folgende These ableiten: Dass Unternehmer „grünere“, „sozialere“ und „nachhaltigere“ Entscheidungen fällen, lässt sich eher mit der stärkeren, konzeptionellen Einbettung mehrfacher, auch nichtfinanzieller Ziele in Entscheidungskalküle fördern als mit überbordenden Anforderungen an.
Dr. Tobias Quill ist Partner bei der dhpg. Er berät nationale und internationale Mandanten in den Bereichen Valuation and Transaction Support. Seine thematischen Schwerpunkte liegen in der Unternehmensbewertung, der Erstellung und Prüfung von Planungsrechnungen sowie der Financial Due Diligence. Darüber hiaus beschäftigt er sich mit der Einrichtung und Verwaltung von Datenräumen sowie der Prozessbegleitung und Verhandlungsunterstützung.
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