Zwischen Excel Workarounds und dem End of Life von Systemen: Wann eine Softwareauswahl sinnvoll wird

Wenn Systeme nicht mehr mitwachsen

Viele Organisationen arbeiten mit Systemen, die über Jahre hinweg eingeführt, erweitert und an neue Anforderungen angepasst wurden. In der Anfangsphase erfüllen diese Lösungen ihren Zweck zuverlässig und unterstützen die vorhandenen Prozesse. Mit zunehmender Zeit entstehen jedoch Veränderungen im Unternehmen, die nicht immer parallel in der Systemlandschaft abgebildet werden.

Neue Anforderungen an Reporting und Steuerung, zusätzliche Geschäftsbereiche oder veränderte Abläufe führen dazu, dass bestehende Systeme schrittweise an ihre Grenzen stoßen. Fachbereiche reagieren darauf häufig pragmatisch. Excel Dateien ergänzen fehlende Funktionen, Daten werden manuell zusammengeführt und Auswertungen außerhalb der Kernsysteme erstellt. Diese Lösungen funktionieren zunächst, erhöhen jedoch langfristig den Aufwand und reduzieren Transparenz sowie Datenkonsistenz.

Hinzu kommt, dass die Software einem eigenen Lebenszyklus unterliegt. Versionen erreichen ihr End of Life, Herstellerstrategien verändern sich und technologische Entwicklungen schaffen neue Möglichkeiten, die mit bestehenden Lösungen nur eingeschränkt nutzbar sind. Der Wunsch nach einer neuen Software entsteht daher oft nicht aus Innovationsdruck, sondern aus dem Bedarf, gewachsene Strukturen zu vereinfachen und wieder handlungsfähig zu werden.

Die Softwareauswahl als Ergebnis, nicht als Ausgangspunkt

Wenn Organisationen beginnen, sich mit einer neuen Softwarelösung zu beschäftigen, richtet sich der Blick häufig schnell auf den Markt. Anbieter werden recherchiert, Funktionsvergleiche erstellt und erste Demos vereinbart. Dieser Schritt ist nachvollziehbar, greift jedoch häufig zu kurz. Eine Software kann nur dann nachhaltig unterstützen, wenn sie zu den Prozessen, Anforderungen und Steuerungszielen der Organisation passt. Ohne ein klares Verständnis dieser Ausgangsbasis besteht das Risiko, bestehende Herausforderungen lediglich in eine neue Systemumgebung zu verlagern.

Deshalb beginnt eine fundierte Softwareauswahl nicht mit der Suche nach einem Produkt, sondern mit der strukturierten Auseinandersetzung mit der eigenen Organisation.

Vom Verständnis der Prozesse zum Entscheiden

Im Mittelpunkt steht zunächst die Frage, welche Prozesse heute bestehen, wo Reibungsverluste sowie Mehraufwände entstehen und welche Anforderungen sich daraus für eine zukünftige Lösung ableiten lassen. Eine strukturierte Status-Quo Analyse schafft Transparenz über bestehende Abläufe, identifiziert Pain Points und macht sichtbar, an welchen Stellen die bisherigen Systeme nicht mehr ausreichend unterstützen. Auf dieser Grundlage lassen sich konkrete Anwendungsfelder und Use Cases formulieren, die den zukünftigen Einsatz und die erwarteten Funktionalitäten einer neuen Lösung beschreiben. Sie schaffen ein gemeinsames Verständnis über Zielbild und Anforderungen und bilden damit die Grundlage für eine strukturierte und zielgerichtete Ansprache potenzieller Systemanbieter. 

Im weiteren Verlauf werden potenzielle Anbieter entlang dieser Anforderungen betrachtet, Lösungen demonstriert und strukturiert bewertet. Die Entscheidung für eine Software basiert damit nicht auf einzelnen Präsentationen, sondern auf nachvollziehbaren Kriterien und organisationalen Bedarfen.

Auswahl bedeutet nicht gleich Umsetzung

Mit der Entscheidung für ein System endet der Auswahlprozess jedoch nicht. Die Implementierung und Migration stellen eigenständige Herausforderungen dar, die maßgeblich über den Projekterfolg entscheiden. Die Definition zukünftiger Prozesse, die Überführung bestehender Datenbestände sowie regulatorische und organisatorische Anforderungen müssen gleichermaßen berücksichtigt werden. Die Softwareauswahl ist damit weniger ein punktuelles Projekt als vielmehr ein zusammenhängender Weg von der Analyse über die Entscheidung bis zur Nutzung im operativen Alltag.

Einordnung aus der Praxis

Der geschilderte Ablauf ist in vielen Organisationen zu beobachten. Die Softwareauswahl erfolgt häufig aus der Erfahrung gewachsener Strukturen, steigender Komplexität und veränderter Steuerungsanforderungen. Ein strukturierter und methodischer Ansatz hilft dabei, diesen Übergang bewusst zu gestalten und Fehlentscheidungen zu vermeiden.

In diesem Kontext unterstützen wir unsere Mandanten bei der Strukturierung, Moderation und Umsetzung entsprechender Softwareauswahlvorhaben. Der Fokus liegt dabei auf der methodischen Begleitung entlang des gesamten Entscheidungsprozesses, beginnend mit der Status-Quo Aufnahme, Prozessanalyse und Anforderungsdefinition, über die Durchführung und strukturierte Bewertung von Anbieterdemonstrationen bis hin zur Ableitung einer fundierten Systemempfehlung und Entscheidung. Darüber hinaus begleiten wir die anschließende Einführungsphase auf fachlicher und organisatorischer Ebene. Dies umfasst insbesondere das Projektmanagement sowie die Abstimmung zukünftiger Soll-Prozesse mit dem ausgewählten Anbieter. 

Ergänzend prüfen und begleiten wir die Datenmigration unter Berücksichtigung relevanter Prüfungsstandards und stellen sicher, dass regulatorische Anforderungen wie GoBD und Ordnungsmäßigkeit im Rahmen der Systemeinführung angemessen berücksichtigt werden.
Wenn Sie sich aktuell mit der Ablösung bestehender Systeme oder der Einführung neuer Lösungen beschäftigen und den Auswahlprozess strukturiert angehen möchten, kommen Sie gerne auf uns zu. Ein frühzeitiger Austausch hilft dabei, Anforderungen zu schärfen und fundierte Entscheidungen vorzubereiten.

Kathrin Tjarks

Director IT Audit and Digital

Zum Profil von Kathrin Tjarks

Tjark Luehsen

IT Audit & Digital

Kontakt

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Mail Kontaktformular Telefon +49 228 81000 0 Newsletter Newsletter
Durch das Laden des YouTube Videos erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies durch YouTube und Google gesetzt werden, und dadurch Daten an diese Anbieter übermittelt werden. Wir verarbeiten die Daten um die Zugriffe auf unsere YouTube-Videos analysieren zu können oder die Wirksamkeit unserer Werbung und Anzeigen auszuwerten. YouTube und Google verarbeiten die Daten auch zu eigenen Zwecken. Zudem erklären Sie sich auch damit einverstanden, dass Ihre Daten in die USA übermittelt werden, obwohl in den USA das Risiko besteht, dass US-Behörden zu Überwachungszwecken Zugriff auf Ihre Daten erhalten und Ihnen dagegen möglicherweise keine ausreichenden Rechtsschutzmöglichkeiten zustehen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
YouTube Video laden
Durch das Laden des Podcast-Players erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies durch Podigee gesetzt und dadurch Daten an diesen Anbieter übermittelt werden. Wir nutzen diese Daten, um die Zugriffe auf unsere Podcasts zu analysieren und die Wirksamkeit unserer Inhalte zu bewerten. Podigee verarbeitet die Daten auch zu eigenen Zwecken. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Podcast-Player laden