Achtung vor Fake-Rechnungen vom Amtsgericht: Raffinierte Betrugsmasche im Umlauf

Vorgehensweise der Betrüger 

Die Betrüger agieren geschickt und wirken seriös. Da Änderungen im Register inzwischen leicht recherchierbar sind, wissen die Betrüger genau, wo sie zuschlagen müssen. Noch bevor die offizielle Kostenrechnung durch das Registergericht verschickt wird, trifft bereits die gefälschte Zahlungsaufforderung ein. Auf den ersten Blick wirken die Schreiben auf dem amtlichen Umweltschutzpapier und mit Landeswappen echt. Mit einfachen Tipps kann man aber leicht erkennen, ob es sich um eine Fälschung handelt. 

1. Angabe einer ausländischen IBAN 

Die gefälschten Schreiben fordern zur Zahlung auf ein ausländisches Konto auf (z.B. in Spanien oder Litauen). Die Konten der Registergerichte haben ausschließlich deutsche Bankverbindungen. 

2. Ungewöhnliche oder widersprüchliche Angaben

Liest man genauer, fallen schnell Ungereimtheiten auf: Auf dem Briefkopf befindet sich nur der Schriftzug „Amtsgericht“ mit dem nordrhein-westfälischen Wappen ohne die Angabe eines Ortes. Als Absender wird aber eine zentrale Zahlstelle in Frankfurt am Main angegeben. Da die Justiz Ländersache ist, würde eine Behörde aus Hessen keine Zahlungsaufforderung für ein Gericht aus NRW verschicken. 

3. Überhöhte Gebühren

Die von den Betrügern geforderten Beträge gehen oft weit über die tatsächlichen Kosten hinaus. In der aktuellen Betrugswelle werden für eine „Eintragung mit wirtschaftlicher Bedeutung“ rund 2.000 € in Rechnung gestellt. In Wirklichkeit bewegen sich die Gebühren für Eintragungen aber nur im zweistelligen oder im unteren dreistelligen Bereich. 

4. Kurze Fristsetzung

Mit einer Zahlungsfrist von nur drei Tagen sollen die potenziellen Opfer überrumpelt werden. Derartige Fristsetzungen sind regelmäßig ein deutliches Indiz für eine betrügerische Handlung.

Maßnahmen für Betroffene 

Bei Zahlungsaufforderungen von Amtsgerichten gilt es wachsam zu sein. Fallen Ihnen merkwürdige Angaben in einem solchen Schreiben auf, sollten Sie unbedingt misstrauisch werden. Lassen Sie sich durch eine kurze Zahlungsfrist nicht zu einer raschen Zahlung veranlassen, sondern überprüfen Sie die Angaben sorgfältig. Die Bankverbindungen der Amtsgerichte können auf den Websites der Justizverwaltungen eingesehen werden. Erstatten Sie bei Verdacht auf Betrug umgehend Strafanzeige. 
 

Dr. Andreas Rohde

Rechtsanwalt, Steuerberater, Fachanwalt für Steuerrecht

Zum Profil von Dr. Andreas Rohde

Markus Feinendegen

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht, Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz

Zum Profil von Markus Feinendegen

Kontakt

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Mail Kontaktformular Telefon +49 228 81000 0 Newsletter Newsletter
Durch das Laden des YouTube Videos erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies durch YouTube und Google gesetzt werden, und dadurch Daten an diese Anbieter übermittelt werden. Wir verarbeiten die Daten um die Zugriffe auf unsere YouTube-Videos analysieren zu können oder die Wirksamkeit unserer Werbung und Anzeigen auszuwerten. YouTube und Google verarbeiten die Daten auch zu eigenen Zwecken. Zudem erklären Sie sich auch damit einverstanden, dass Ihre Daten in die USA übermittelt werden, obwohl in den USA das Risiko besteht, dass US-Behörden zu Überwachungszwecken Zugriff auf Ihre Daten erhalten und Ihnen dagegen möglicherweise keine ausreichenden Rechtsschutzmöglichkeiten zustehen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
YouTube Video laden
Durch das Laden des Podcast-Players erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies durch Podigee gesetzt und dadurch Daten an diesen Anbieter übermittelt werden. Wir nutzen diese Daten, um die Zugriffe auf unsere Podcasts zu analysieren und die Wirksamkeit unserer Inhalte zu bewerten. Podigee verarbeitet die Daten auch zu eigenen Zwecken. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Podcast-Player laden