Wirtschaftlichkeit trotz Rohstoffknappheit erhalten

Hintergrund

Ende 2019 bestätigten Wissenschaftler den Ausbruch des später als Covid-19 bekannten Krankheitserregers im chinesischen Wuhan. Seitdem beeinflusst die Pandemie maßgeblich das Weltwirtschaftsgeschehen: Transportverlagerungen auf den Schiffsverkehr durch den Rückgang des Flugverkehrs, der verminderte Einsatz von Arbeitskräften durch die Corona-Hygienebestimmungen und die Reduktion von Produktionskapazitäten aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage in den vergangenen Monaten führten zu einer Verknappung von Rohstoffen. Besonders betroffen sind die Holz-, Stahl- und Kunststoffmärkte.

Größter Materialmangel seit der Wiedervereinigung

Mit mehr als 3,74 Mrd. m3 verfügt Deutschland über die größten Holzvorräte Europas. Der Bedarf hat  sich allerdings in den letzten Jahren stark erhöht. Die Gründe hierfür liegen u.a. im steigenden Export (+43 % gegenüber 2020) in die größten Abnehmerländer USA, China und Indien sowie in einem hohen Zuwachs des privaten Holzbedarfs. So verzeichnen z.B. einige Sägewerke eine erhöhte Nachfrage von Privatkunden von bis zu 20 %, da die coronainduzierten Kontaktbeschränkungen zu einer Zunahme von Hobbyprojekten im heimischen Haus und Garten geführt haben. Anfang 2021 war es ein Gesamtzuwachs von 2,9 %. Diese Entwicklung ist für die Industrie ein Problem. Laut Ifo-Institut herrscht in der deutschen Baubranche derzeit der größte Materialmangel seit der Wiedervereinigung. 23,9 % der Hochbaufirmen berichteten von Problemen, rechtzeitig Baustoffe zu beschaffen (vgl. März 5,6 %). Im Tiefbau verschärfte sich die Knappheit ebenso deutlich von 2,9 auf 11,5 %. Die erhöhte Nachfrage führte auch zu einer Preiszunahme der Zulieferprodukte. So sind etwa die Beschaffungskosten bei Spanplatten in den letzten sechs Monaten um durchschnittlich 30 % gestiegen. Eine Änderung des Problems ist derzeit nicht in Sicht. 

Kunststoff- und Stahlindustrie massiv betroffen

Nicht minder spüren Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren die Auswirkungen der Pandemie. So gaben 71,2 % an, von der Rohstoffknappheit betroffen zu sein. Der Gesamtverband der Kunststoff verarbeitenden Industrie machte hierfür eine massive Störung der Lieferketten verantwortlich. Gerade die Kunststoff-Verpackungsindustrie leidet unter den gestiegenen Preisen. So erhöhte sich der Preis für Polyethylen in den ersten drei Monaten 2021 um ca. 35 %. Ein Umstieg auf alternative Materialien birgt nicht nur hohe technische Anforderungen, sondern unterliegt auch strengen Auflagen – vor allem im Lebensmittelbereich. Laut der Industrievereinigung Kunststoffverpackungen soll sich die Lage spätestens im Herbst 2021 wieder entspannen.

Auch die Stahlerzeugung in Europa kann den aktuellen Bedarf nicht decken. Grund dafür ist u.a. der Umsatzeinbruch der Automobilindustrie, einer der größten Absatzmärkte der Branche, zu Beginn der Corona-Pandemie. Dieser führte in vielen Betrieben zu Reduzierungen der Kapazitäten und teilweise zu kompletten Schließungen. Obwohl sich die Nachfrage in der Automobilbranche im 4. Quartal 2020 wieder erholte, halten viele Metall verarbeitende Betriebe ihre Kapazitäten niedrig. Dadurch stiegen die Stahlpreise seit Januar 2021 um 50 bis 70 %. Erschwerend kommen hohe Einfuhrzölle der EU für Stahl aus Drittstaaten hinzu.

Was ist Unternehmern zu raten?

Um die Wirtschaftlichkeit der Produktion in betroffenen Unternehmen zu gewährleisten, sind aktuell drei Punkte besonders wichtig:

  • Vertragliche Regelungen

Die Einführung von Preisgleitklauseln, die Vereinbarung flexibler Liefermengen sowie die Aussetzung etwaiger Ansprüche wegen Nichtlieferung können mehr Bewegungsfreiheit schaffen und Ihr Unternehmen entlasten.

  • Materialplanung

Planen Sie Ihre Bestellungen bewusst anhand Ihrer konkreten Projekte – sowohl kurz- als auch langfristig. Welche Materialien werden realistisch in den nächsten Wochen und Monaten benötigt? 

  • Risikobewertung

Nehmen Sie im Rahmen der Going-Concern-Beurteilung eine Risikobewertung für Ihr Unterhemen vor. 

Gerne stehen Ihnen die Kollegen der TMC Turnaround Management Consult für Ihre Fragen zur Verfügung.
 

 

 

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Christian Lützenrath (TMC Turnaround Management Consult) 
Christian Lützenrath begleitete zahlreiche Restrukturierungen und Sanierungen. Er war als Turnaround Manager in vielen Interimsmandaten bei nationalen und internationalen Unternehmen tätig. Auch Managementbegleitungen und Plandurchführungen während Insolvenzverfahren gehören zu seinem Spezialgebiet. Neben seiner beruflichen Tätigkeit veröffentlichte Christian Lützenrath zahlreiche Fachartikel und wirkte darüber hinaus als Herausgeber, Autor und Co-Autor an verschiedenen Fachbüchern mit.


Über TMC Turnaround Management Consult
Die TMC Turnaround Management Consult mit Standorten in Dortmund und Berlin ist seit 20 Jahren auf die Beratung von Unternehmen in Umbruchsituationen spezialisiert. Sanierungs- und Restrukturierungsberatung, Interims- und Risikomanagement, Distressed M&A sowie Unternehmensverkäufe und Bewertungen gehören zu ihren Kernkompetenzen. Mit einem professionellen Netzwerk aus Rechtsanwälten, Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, Insolvenzverwaltern, Prozessoptimierern, IT-, Qualitäts- und Prozessmanagern sowie Logistikexperten agiert die TMC deutschlandweit und international. Das Unternehmen wurde 2021 wiederholt zum „Besten Unternehmensberater Restrukturierung“ (brand eins) gewählt.

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