3 Fragen an Alexander Römer - Rechtsanwalt

 

 

Alexander Römer ist seit Mitte 2024 bei der dhpg am Standort Bonn beschäftigt. Er ist nach seiner langjährigen Tätigkeit als Insolvenzverwalter bei einem anderen großen Unternehmen zu uns gewechselt und ist bei uns ebenso als Rechtsanwalt im Bereich Insolvenzverwaltung tätig.  

Wie sind Sie zu der dhpg gekommen? Was hat Sie zu diesem Schritt bewegt?  

Nach vielen Jahren in der Insolvenzverwaltung einer der größten deutschen Full-Service-Wirtschaftskanzlei war für mich der Wechsel zur dhpg im Grunde der nächste logische Schritt, auch wenn er sich zunächst wie ein bewusster Neustart angefühlt hat. Ich hatte vorher schon zahlreiche Verfahren begleitet und wusste, wie entscheidend es ist, nicht nur „juristisch sauber“, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll zu arbeiten. Genau diesen Ansatz habe ich bei der dhpg wiedergefunden – nur eben konsequent interdisziplinär gedacht. Mich hat insbesondere gereizt, Insolvenzverwaltung nicht isoliert zu betreiben, sondern im engen Austausch mit Steuerberater:innen, Wirtschaftsprüfer:innen und Restrukturierungsspezialist:innen. Das eröffnet andere Möglichkeiten – vor allem mit Blick auf nachhaltige Lösungen und echte Sanierungsperspektiven. Was für mich aber mindestens genauso wichtig war: Ich habe mich vom ersten Moment an auch persönlich bei der dhpg und in der Abteilung sehr wohlgefühlt. Der Austausch im Team, die offene Zusammenarbeit und der gemeinsame Anspruch an die Arbeit haben mir die Entscheidung leicht gemacht. Rückblickend kann ich sagen, dass ich über den Schritt zur dhpg sehr froh bin. Kurz gesagt: Ich wollte nicht nur verwalten, sondern noch stärker im Team gestalten – und dafür ist die dhpg genau der richtige Rahmen. 

Was macht Ihnen am meisten Spaß am Beruf des Rechtsanwalts im Bereich Insolvenzverwaltung?

Die Tätigkeit als Rechtsanwalt im Bereich der Insolvenzverwaltung ist eine Mischung aus Detektivarbeit, Krisenmanagement und Unternehmertum – und genau das macht ihn so spannend. Am Anfang eines Verfahrens steht man oft vor einem Puzzle: unvollständige Zahlen, offene Fragen, Zeitdruck. Da gilt es, schnell ein belastbares Bild zu entwickeln und Entscheidungen zu treffen, die tragen. Was mir besonders Spaß macht: Wenn aus dieser anfänglichen Unübersichtlichkeit Schritt für Schritt eine klare Strategie entsteht und am Ende nicht nur „aufgeräumt“ wurde, sondern idealerweise etwas erhalten oder sogar neu aufgestellt wird. Was den Beruf für mich zusätzlich besonders macht: Es gibt wenige Tätigkeiten, bei denen man in so kurzer Zeit so intensive Einblicke in unterschiedlichste Branchen und Geschäftsmodelle erhält. Vom mittelständischen Produktionsbetrieb bis hin zu spezialisierten Dienstleistern ist alles dabei – und man ist nicht nur Beobachter, sondern gestaltet aktiv mit. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass genau dieses Zusammenspiel aus juristischem Arbeiten und wirtschaftlichem Verständnis den Reiz ausmacht. Man entwickelt Lösungen nicht isoliert am Schreibtisch, sondern steuert Verfahren aktiv – oft mit ganz konkreten Auswirkungen auf die Zukunft von Unternehmen. Genau dieser Moment, wenn sich am Ende eine tragfähige Perspektive herauskristallisiert, ist für mich nach wie vor der größte Antrieb. 

Was ist in Ihren Augen die größte Herausforderung in Ihrem Aufgabengebiet? 

Die größte Herausforderung ist für mich die Gleichzeitigkeit von Tempo, Komplexität und Verantwortung. Man muss oft sehr schnell Entscheidungen treffen, obwohl die Informationslage noch unvollständig ist – und gleichzeitig wissen, dass diese Entscheidungen erhebliche Auswirkungen haben können: auf Gläubiger, auf Arbeitnehmer und auf den Fortbestand eines Unternehmens. Hinzu kommt, dass jedes Verfahren seine eigene Dynamik entwickelt. Es gibt keinen „Standardfall“, auf den man zurückgreifen kann. Genau diese Vielfalt macht den Beruf spannend, aber auch anspruchsvoll. Seit dem Jahreswechsel kam für mich bei der dhpg eine weitere Ebene hinzu: Ich verantworte bei der dhpg die Personalentwicklung der Insolvenzverwaltung am Standort Bonn. Diese Aufgabe parallel zum Tagesgeschäft als Insolvenzverwalter zu übernehmen, ist ohne Frage eine zusätzliche Herausforderung. Gleichzeitig sehe ich darin aber auch eine große Chance. Es entspricht genau dem Verständnis der dhpg, Zukunft nicht nur zu begleiten, sondern aktiv mitzugestalten – sei es in der Arbeit an konkreten Verfahren oder in der Weiterentwicklung der eigenen Teams. Eine weitere zentrale Herausforderung – und zugleich Zukunftsthema – ist aus meiner Sicht die zunehmende Digitalisierung der Insolvenzverwaltung. Es geht darum, digitale Prozesse und Tools so zu implementieren, dass sie eine effiziente und transparente Verfahrensabwicklung unterstützen, ohne die notwendige juristische Sorgfalt zu beeinträchtigen. Das erfordert ein ständiges Weiterdenken bestehender Abläufe und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Gerade in der Kombination aus fachlicher Expertise, organisatorischer Weiterentwicklung und Digitalisierung zeigt sich für mich, wie sich das Berufsbild weiterentwickelt – und wie viel Gestaltungsspielraum darin liegt.

Neugierig auf die Perspektiven bei der dhpg? Alle Informationen gibt es hier: karriere.dhpg.de

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