Eifeler Unternehmen: Stimmung gut!

Die dhpg, eines der führenden, mittelständischen Beratungsunternehmen in Deutschland mit Sitz in Euskirchen seit 40 Jahren, hat mit Unterstützung der VR-Bank Nordeifel in einem wissenschaftlichen Gutachten den Wirtschaftsstandort Eifel unter die Lupe genommen – 80 Betriebe, größtenteils aus dem Kreis Euskirchen, beteiligten sich an der Umfrage – Überraschende und durchweg positive Lage hiesiger Handwerks- und Gewerbebetriebe

Euskirchen/Eifel – Die Eifel ist als Wirtschaftsstandort entschieden besser als ihr Ruf. Zwar gibt es das oft zitierte Nord-Süd-Gefälle tatsächlich, aber unter dem Strich sind die Handwerks-, Gewerbe- und Industriebetriebe zwischen Ville und Venn erheblich zufriedener mit ihrer ökonomischen Lage und der Infrastruktur als gemeinhin behauptet wird.

Das ergab jetzt die erste Standortanalyse überhaupt, die die seit 1977 in Euskirchen am Charleviller Platz ansässige, bundesweit tätige Steuer- und Wirtschaftsberatungskanzlei dhpg mit Unterstützung der VR-Bank Nordeifel bei der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, CENTIM, Centrum für Entrepreneurship, Innovation und Mittelstand, in Auftrag gegeben haben.

Die wichtigsten Aussagen aus einer im September/Oktober 2016 durchgeführten Befragung von 80 Wirtschaftsunternehmen mit unter neun bis über 500 Beschäftigten und mit Jahresumsätzen zwischen unter zwei und über 50 Millionen Euro:

Die Unternehmen im Kreis Euskirchen sind nicht aus Zufall in der Eifel. Sie wurden entweder dort gegründet oder haben sich bewusst im Raum zwischen Weilerswist und Dahlem angesiedelt.   75 Prozent der Unternehmen sind zufrieden mit diesem Standort, nur zehn Prozent würden sich auch irgendwo anders ansiedeln.

Es gibt in der Eifel drei Unternehmertypen, deren Wirtschaftsweise sich zum Teil stark voneinander unterscheidet: Erfahrene Traditionsorientierte, Innovationsoffensive durchaus mit Bereitschaft zum Risiko und vorsichtige Innovatoren.

Die Unternehmen im Wirtschaftsraum Eifel blicken durchweg positiv auf ihre aktuelle Geschäftslage. 23,2 Prozent sind insgesamt „sehr zufrieden“, im Euskirchener Nordkreis sogar 36,8 Prozent, 50,7 Prozent sind „eher zufrieden“, 42,1 Prozent im Südkreis. Nur 7,2 Prozent sind kreisweit „eher unzufrieden“, nur 1,4 Prozent sind „sehr unzufrieden“.

Was die Zufriedenheit mit Infrastruktur und Rahmenbedingungen trübt, sind der Grad der Digitalisierung, das Nichtvorhandensein von Breitbandverkabelung, mangelnde kommunale Unterstützung beziehungsweise zu hohe Gewerbesteuerhebesätze, verbesserungsbedürftige Verkehrsanbindung (A 1-Lückenschluss) und Fachkräftemangel.

In ersten Unternehmergesprächen in Euskirchen und Schleiden riet die dhpg den Unternehmen aufgrund des Gutachtens zu Innovationsfreude und aktiver Zukunftsgestaltung, die VR-Bank Nordeifel bot dabei ihre offene Zusammenarbeit an. Beide Institutionen wollen gemeinsam mit den Unternehmern ihren Einfluss auf die Politik geltend machen, die Rahmenbedingungen im Kreis Euskirchen zu verbessern.

Digitale und verkehrstechnische Infrastruktur sowie der Fachkräftemangel werden als zentrale Herausforderungen gesehen. Nahezu zwei Drittel der befragten Unternehmen begegnen dem Fachkräftemangel in Form von flexibleren Arbeitszeitmodellen, betrieblicher Altersvorsorge und Weiterbildungsangeboten. Die Hälfte der Unternehmen bietet Bewerbern eine übertarifliche Bezahlung.

Unternehmenstypen repräsentierenstrategische Stoßrichtungen

In der Befragung haben sich die drei eingangs erwähnten Unternehmenstypen herauskristallisiert. Da sind einerseits die erfahrenen Traditionalisten, die ihren Unternehmenserfolg einem traditionellen Wertesystem verdanken. Sie sind in Bezug auf Risiken zurückhaltend, setzen eher auf Bewährtes und auf eine geringe internationale Ausrichtung.

Demgegenüber zeichnen sich die risikofreudigen Innovatoren durch eine zukunftsorientierte Unternehmensplanung aus und messen der Digitalisierung, Internationalisierung und der Vernetzung ihres Unternehmens mit Gleichgesinnten eine hohe Bedeutung zu.

Zwischen diesen Polen befindet sich gleichsam das Feld der vorsichtigen Innovatoren. Sie weisen von allen Unternehmen die geringste Traditionsorientierung auf und sind mit Blick auf Digitalisierung, Vernetzung und Internationalisierung vergleichsweise zurückhaltend.

Volker Loesenbeck, Partner der dhpg, der die Studie gemeinsam mit Professor Dr. Klaus Deimel initiierte, kommentiert die Ergebnisse sowie das Engagement des Beratungsunternehmens: „Wir verstehen uns seit 40 Jahren als Teil dieser Region und möchten mit dieser Standortanalyse zu deren Weiterentwicklung beitragen. Für die Wirtschaft und Zukunftsfähigkeit der Region wäre es wichtig, die Anzahl der risikofreudigen Innovatoren zu entwickeln, aber auch den erfahrenen Traditionalisten die Vorteile einer chancenorientierten Geschäftsführung aufzuzeigen.“

Da die Hälfte der befragten Unternehmen bereits auf einen standardisierten Unternehmensplanungsprozess zurückgreifen, und ein signifikanter Anteil einen solchen Prozess in naher Zukunft plant, könne bei den Eifeler Unternehmen keineswegs von „Blindflug“, sondern vom zielgerichteten Ergreifen von Chancen gesprochen werden.

Wolfgang Merten, Vorstandsmitglied der VR-Bank Nordeifel eG, ergänzte: „Gleichgültig, über welche wichtigen Themenfelder wir in unserer Region sprechen: Ob Personalstrategie und Weiterbildung, ob Digitalisierung oder Einkauf – es macht immer Sinn, sich in der Region zu vernetzen, um gemeinsam Chancen zu nutzen.“

Für die VR-Bank Nordeifel heiße Vernetzung weit mehr als Bekanntheit und Smalltalk, so Merten: „Deshalb haben wir seitens der VR-Bank die Initiative ergriffen und gemeinsam mit 40 Unternehmen ganz unterschiedlicher Branchen eine Dienstleitungsgenossenschaft gegründet. Ziel ist es, für die beteiligten Unternehmen Leistungen beispielsweise aus den Bereichen Personalführung, Gesundheitsmanagement und Digitalisierung zu entwickeln und bereitzustellen oder einzukaufen und damit eine regionale Infrastruktur aufzubauen, die eine echte Zusammenarbeit in den oben genannten Fragen zum Ziel hat. 

Prof. Dr. Klaus Deimel, geschäftsführender Direktor des Instituts CENTIM an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, fasste zusammen: „Wer sich für einen Arbeitgeber in diesem Wirtschaftsraum entscheidet, kann sich einer hohen Mitarbeiterorientierung sicher sein. Den Unternehmen entstehen dafür hohe Kosten. Ein Umstand, der sich mit zunehmender Digitalisierung der Geschäftsmodelle noch verschärfen wird. Wer aus politischer Sicht Unternehmen in der Region binden möchte, sollte alles dafür tun, diesen entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen“.

 

Über dhpg:
Die dhpg ist eines der führenden, mittelständischen Beratungsunternehmen in Deutschland, das sich auf die Kernbereiche Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung sowie Insolvenzverwaltung und Sanierungsberatung spezialisiert hat. Das inhabergeführte Unternehmen gehört mit mehr als 500 Mitarbeitern an zehn Standorten zu den 15 größten seiner Branche. Die dhpg ist Teil des Nexia-Netzwerks, das mit über 24.000 Mitarbeitern in 120 Ländern und einem Umsatzvolumen von 3,1 Milliarden US-Dollar zu den Top 10 der internationalen Beratungs-Netzwerke zählt.

Über VR-Bank Nordeifel eG:
Genossenschaft, Hausbank der Region Nordeifel, gegründet: 1880, über 90 Prozent der 27.883 Privat- und 1.521 Firmenkunden (25.444) sind Mitglieder, d.h. Miteigentümer des Instituts, das ist die Hälfte der 51.872 Einwohner im Euskirchener Südkreis! Die Bilanzsumme 2016 betrug 602 Mio. Euro, das Gesamtkundenvolumen liegt über einer Milliarde. Die VR-Bank Nordeifel hat mit ihren mehr als 25.000 Mitgliedern einen Wirtschaftskreislauf etabliert und regionale Identität gestiftet. Die VR-Bank ist der Wirtschaftsmotor in diesem System. Sie fühlt sich für die Menschen im Landstrich verantwortlich. Die Hausbank der Region fordert und fördert die Mitwirkung der Mitglieder in Beiräten, Vertreter- und Bezirksversammlungen getreu nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“. Die Eifelregion ist Heimat, Herkunft, Gegenwart und Zukunft der VR-Bank Nordeifel eG.

Über Centrum für Entrepreneurship, Innovation und Mittelstand (CENTIM):
Das Centrum für Entrepreneurship, Innovation und Mittelstand (CENTIM) ist als Institut der Hochschule Bonn-Rhein Sieg wissenschaftlicher Partner in Fragen der Unternehmensgründung, des Managements von Innovationen sowie der Unternehmensführung im Mittelstand. Im Zentrum der Aktivitäten des Instituts stehen anwendungsorientierte Forschung, praxisorientierte, akademische Lehre sowie Weiterbildung und Beratung zu aktuellen Fragestellungen in diesen Feldern.

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