Am 31.1.2021 endet die Übergangsfrist für die Registrierung bestehender Photovoltaik-Anlagen im Marktstammdatenregister

 

Wer muss sich im Marktstammdatenregister registrieren?

Ab 2009 erfolgte die Anmeldung von Photovoltaikanlagen über das PV-Meldeportal, welches am 31. Januar 2019 durch das Marktstammdatenregister (MaStR) abgelöst wurde. Wer eine solche Anlage nach dem 1. Juli 2017 gebaut hat, wurde in der Regel bereits auf das Marktstammdatenregister hingewiesen. Dort muss die Anlage innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme gemeldet werden. Bei älteren Anlagen, die vor dem Stichtag 1. Juli 2017 ans Netz gegangen sind, hat der Gesetzgeber eine Schonfrist zur Nachtragung gestattet, diese endet jedoch am 31. Januar 2021. Die Registrierungspflicht gilt auch für die Anlagenbetreiber, die ihre Anlagen schon einmal im Anlagenregister bzw. über das PV-Meldeportal der Bundesnetzagentur angemeldet hatten. Eine automatische Datenübernahme durch die Bundesnetzagentur in das MaStR erfolgt nicht. Auch eine Mindestgröße von Photovoltaikanlagen ist nicht vorgesehen, d.h. dass selbst kleine Balkonanlagen formal registriert werden müssen.

Welches Ziel hat das Marktstammdatenregister?

Die Energiewende verändert die Energieversorgung in Deutschland. Das Register soll Netzbetreiber, Behörden und Politik dienen, einen vollständigen Überblick über die installierten Anlagen zu bekommen um zuverlässiger planen und gestalten zu können. Behördliche Meldepflichten werden durch die zentrale Registrierung vereinheitlicht, vereinfacht oder ganz abgeschafft. Bisher wurden die Anlagen und Marktakteure in verschiedenen, untereinander nicht abgestimmten Registern erfasst, sodass sich viele Akteure mehrfach registrieren und ihre Daten an verschiedenen Stellen aktuell halten mussten.

Welche Daten werden von Anlagenbetreibern erfasst und veröffentlicht?

Anlagenbetreiber müssen die vollständigen Stammdaten wie Standort, Kontaktdaten und technische Anlagendaten eintragen. Diese Daten sind dann auch öffentlich einsehbar. Personenbezogene und nach der Marktstammdatenregisterverordnung (MaStRV) vertraulich eingestuften Daten, z.B. genaue Standortdaten von Anlagen kleiner oder gleich 30 kW(p), werden nicht veröffentlicht.

Welche Konsequenzen hat es für die Betreiber, wenn Sie ihre Photovoltaik-Anlage nicht bis Ende Januar 2021 im Marktstammdatenregister eingetragen haben?

Für das Marktstammdatenregister besteht eine Meldepflicht. Wenn eine Förderung für eine Stromerzeugungsanlage in Anspruch genommen wird, kann diese nur dann ohne Abzüge ausbezahlt werden, wenn die gesetzlichen Registrierungs- und Meldeplichten und -fristen eingehalten wurden. Ist die Anlage nicht fristgerecht registriert, droht ein Verlust der Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) oder Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG). Bei Fristüberschreitung kann der Förderanspruch möglicherweise vollständig entfallen und auch nicht nachgezahlt werden. Die nicht erfolgte oder unrichtige Registrierung im Marktstammdatenregister stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Diese kann durch die Regulierungsbehörde mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 € geahndet werden.

Fazit

Die notwendigen Meldungen sollten noch bis zum 31. Januar 2021 vorgenommen werden. Für Betreiber von EEG- und KWKG-Anlagen hat das Versäumen der Frist sonst die unmittelbare Folge, dass ab Februar 2021 keine Förderung mehr ausgezahlt wird.

Andreas Stamm

Wirtschaftsprüfer, Steuerberater

Zum Profil von Andreas Stamm

Sascha Erger

Wirtschaftsprüfer, Steuerberater

Zum Profil von Sascha Erger

Kontakt

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Breifumschlag Kontaktformular Breifumschlag +49 0228 81000 0 Breifumschlag Newsletter
Durch das Laden des YouTube Videos erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies durch YouTube und Google gesetzt werden, und dadurch Daten an diese Anbieter übermittelt werden. Wir verarbeiten die Daten um die Zugriffe auf unsere YouTube-Videos analysieren zu können oder die Wirksamkeit unserer Werbung und Anzeigen auszuwerten. YouTube und Google verarbeiten die Daten auch zu eigenen Zwecken. Zudem erklären Sie sich auch damit einverstanden, dass Ihre Daten in die USA übermittelt werden, obwohl in den USA das Risiko besteht, dass US-Behörden zu Überwachungszwecken Zugriff auf Ihre Daten erhalten und Ihnen dagegen möglicherweise keine ausreichenden Rechtsschutzmöglichkeiten zustehen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
YouTube Video laden
Permalink