Impfstrategie und Pflegeeinrichtungen in Nordrhein-Westfalen

 

Die Meldungen über den Entwicklungsstand von Impfstoffen gegen das SARS-CoV-2-Virus klingen vielversprechend. Drei Hersteller bzw. Konsortien melden für ihre Produkte Wirksamkeitsgrade von über 90% und stehen vor dem Zulassungsverfahren. 

In Nordrhein-Westfalen plant das Gesundheitsministerium bis zum Jahresende 2020 die Einrichtung von zunächst einem Impfzentrum pro Kreis bzw. kreisfreier Stadt. Die Kapazität der Impfzentren orientiert sich an der Bevölkerungsmenge des Kreises bzw. kreisfreien Stadt. Vorgesehen ist jedenfalls im Grundsatz, dass die zu impfende Bevölkerung nach und nach zum Impfzentrum kommt. 

Für Pflegeeinrichtungen sollen die Impfstellen aufsuchende Angebote organisieren (Mobile Impfteams). 

Ein ethisches Problem wird anfangs in der Priorisierung liegen. Aus dem Gesundheitsministerium heißt es, dass sich zunächst vulnerable Personengruppen, medizinisch-pflegerisches Personal und Personen der staatlichen kritischen Infrastruktur impfen lassen können. Innerhalb dieses – immer noch großen – Personenkreises gibt es derzeit keine Priorisierung. Auch eine Reihenfolge innerhalb einer dieser Gruppen ist nicht festgelegt. So werden die vielen Einrichtungen der stationären Altenhilfe sowie Eingliederungshilfe nur konsekutiv aufgesucht werden können und es stellt sich die Frage nach der gerechten Reihenfolge.   

Eine Empfehlung zur Priorisierung erfolgt von der ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut, liegt aber noch nicht vor. Derzeit wird in der Branche folgendes Verfahren diskutiert:  

 

  • Es soll eine Priorisierung innerhalb der drei genannten Gruppen vorgenommen werden: Zuerst wäre das medizinisch-pflegerische Personal an der Reihe, als zweites vulnerable Personengruppen, wobei z.B. bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen aufgrund der Risikoballung wiederum diejenigen zu bevorzugen wären, die in einer gemeinschaftlichen Wohnform (Einrichtung, Wohngemeinschaft) leben. 
  • „Gerechte Reihenfolge“ unter den Einrichtungen: Wenn es im Landkreis einen Hotspot gibt, solle man in den Einrichtungen am Hotspot beginnen. Ansonsten werde man unter dem Aspekt der Risikoballung nach der Größe gehen (die Einrichtungen mit den meisten Plätzen zuerst). 

 

Auf die konkrete Empfehlung des Robert-Koch-Instituts darf man gespannt sein. 

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Stefan Knobloch

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