Grenzüberschreitender elektronischer Handel

Einführung

Während grenzüberschreitende Leistungen an Unternehmen in der Regel keine Pflicht zur Deklaration im EU-Ausland nach sich ziehen, sieht dies bei Leistungen an Privatpersonen anders aus. Hiervon sind insbesondere der Versandhandel sowie Dienstleister betroffen, die ihre Leistungen auf elektronischem Weg erbringen (z.B. Onlineportale).

Rechtslage

Versandhändler müssen bei Überschreiten bestimmter Umsatzgrenzen (Lieferschwellen) ihre Umsätze an Privatpersonen im Ausland deklarieren, was wiederum eine dortige Registrierung voraussetzt. Onlinedienstleister haben es da etwas einfacher, sie können über ein Onlineportal beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) ihren Erklärungspflichten im EU-Ausland nachkommen. Dafür sind sie schon mit dem ersten Euro dabei, da hier keine Schwellenwerte existieren. Folglich müssen auch Kleinstunternehmen sicherstellen, dass sie die „Herkunft“ ihrer Kunden bestimmen können. Aufgrund des hiermit verbundenen Aufwandes tragen solche Regelungen nicht gerade zur Förderung des Binnenmarktes bei.

Vorschlag der EU-Kommission

Nach Jahren diverser Absichtsbekundungen will die EU-Kommission nun ernst machen und hat dem Rat Vorschläge zur Vereinfachung vorgelegt. Diese sehen Folgendes vor: die Einführung von Schwellenwerten für elektronische Dienstleistungen im Jahr 2018 vor, so dass Verkäufe bis 10.000 € im Inland abgerechnet werden können und Verkäufe bis 100.000 € in einem vereinfachten Verfahren; den Einbezug des Versandhandels in das MOSS-Verfahren (Mini-One-Stop-Shop-Verfahren) im Jahr 2021; die Streichung der Steuerbefreiung von Importen für Kleinsendungen (? 22 €). Eine Vorschrift, die nicht nur anfällig für Steuerbetrug ist, sondern auch Unternehmen aus der EU gegenüber solchen aus Drittstaaten benachteiligt. Und schließlich die Möglichkeit für die Mitgliedstaaten, die Steuersätze für elektronische Veröffentlichungen, z.B. E-Books, an die Steuersätze für Druckerzeugnisse anzupassen.

Konsequenz

Die Vorschläge sind zu begrüßen, da sie die Deklaration vereinfachen und die hiermit verbundenen Kosten reduzieren (die EU-Kommission beziffert die Kosten der Befolgung der Umsatzsteuer in anderen EU-Mitgliedstaaten auf 8.000 € jährlich je Staat). Ob und wann die Regelungen nun tatsächlich kommen werden, bleibt abzuwarten, da im Rat alle Mitgliedstaaten zustimmen müssen.

Benno Lange

Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Fachberater für Internationales Steuerrecht

Zum Profil von Benno Lange

Kontakt

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Briefumschlag Kontaktformular Telefon +49 228 81000 0 Newsletter Newsletter
Durch das Laden des YouTube Videos erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies durch YouTube und Google gesetzt werden, und dadurch Daten an diese Anbieter übermittelt werden. Wir verarbeiten die Daten um die Zugriffe auf unsere YouTube-Videos analysieren zu können oder die Wirksamkeit unserer Werbung und Anzeigen auszuwerten. YouTube und Google verarbeiten die Daten auch zu eigenen Zwecken. Zudem erklären Sie sich auch damit einverstanden, dass Ihre Daten in die USA übermittelt werden, obwohl in den USA das Risiko besteht, dass US-Behörden zu Überwachungszwecken Zugriff auf Ihre Daten erhalten und Ihnen dagegen möglicherweise keine ausreichenden Rechtsschutzmöglichkeiten zustehen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
YouTube Video laden
Permalink