Corona: Überbrückungshilfe III und Sonderförderungen

 

Antragsvoraussetzungen

Ab sofort können die Anträge auf Überbrückungshilfe III über Steuerberater (inklusive Steuerbevollmächtigte), Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer sowie Rechtsanwälte gestellt werden.

Antragsberechtigt sind grundsätzlich 

  • rechtlich selbstständige Unternehmen mit eigener Rechtspersönlichkeit und einem Umsatz von bis zu 750 Mio. € im Jahr 2020, die wirtschaftlich am Markt tätig sind und zum Stichtag 31. Dezember 2020 mindestens einen Beschäftigten hatten sowie
  • Soloselbstständige und selbstständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb aller Branchen.
  • Bei Gesellschaften ohne Beschäftigte muss zumindest ein Gesellschafter im Haupterwerb für das Unternehmen tätig sein.
  • Das Unternehmen muss seinen Sitz im Inland oder aber eine inländische Betriebsstätte haben, beim deutschen Finanzamt gemeldet sein und darf sich nicht bereits zum 31. Dezember 2019 in (wirtschaftlichen) Schwierigkeiten, welche es danach nicht wieder überwunden hat, befunden haben.
  • Der Antragsteller muss mit Ausnahme von Freiberuflern sowie Land- und Forstwirten über einen Gewerbeschein verfügen.

Förderhöhe

Gefördert werden förderfähige Fixkosten in Abhängigkeit zu der Höhe des Umsatzeinbruchs im jeweiligen Fördermonat, wobei dieser mindestens 30 % gegenüber dem Vergleichsmonat betragen muss.

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November- und Dezemberfenster

Das sogenannte „November- und Dezemberfenster“ ermöglicht Unternehmen eine Förderung für die Monate November und Dezember 2020, die keine November- und/oder Dezemberhilfe beantragen konnten.

Förderfähige Fixkosten

  • Mieten und Pachten
  • Weitere Mietkosten
  • Zinsaufwendungen für betriebliche Kredite und Darlehen
  • Finanzierungskostenanteil von Leasingraten
  • Handelsrechtliche Abschreibungen
  • Ausgaben für notwendige Instandhaltungen, Wartung oder Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten und geleasten Vermögensgegenständen einschließlich der EDV
  • Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen
  • Grundsteuern
  • Betriebliche Lizenzgebühren
  • Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben
  • Kosten für prüfende Dritte, die im Rahmen der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe II anfallen
  • Personalaufwendungen
  • Kosten für Auszubildende
  • Bauliche Modernisierungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen zur Umsetzung von Hygienekonzepten und Investitionen in Digitalisierung

 

Sonderförderungen

Im Rahmen der Überbrückungshilfe III können ergänzend zu den förderfähigen Fixkosten noch nachfolgende Förderungen geltend gemacht werden. 

  • Veranstaltungs- und Kulturbranche

Die Veranstaltungs- und Kulturbranche erhält die Ausfall- und Vorbereitungskosten (sowohl interne projektbezogene als auch externe Kosten) für Veranstaltungen im Zeitraum von März bis Dezember 2020, die sich an ein externes Publikum richten, öffentlich zugänglich sind, sich maßgeblich über Eintrittsgelder finanzieren und welche Corona-bedingt abgesagt werden mussten, erstattet. Darüber hinaus soll außerhalb der Überbrückungshilfe III ein Sonderfonds für Kulturveranstaltungen geschaffen werden, der einen Wirtschaftlichkeitsbonus für Corona-bedingt niedrig frequentierte Kulturveranstaltungen und für sowohl in Präsenzform als auch online angebotene Kulturveranstaltungen („hybride Veranstaltungen“) vorsieht. Hinzukommen soll noch ein Ausfallfonds für ab Sommer 2021 geplante Kulturveranstaltungen, die Corona-bedingt abgesagt werden müssen. 

  • Einzelhandel

Der Einzelhandel kann Wertverluste aus verderblicher Ware oder sonst einer dauerhaften Wertminderung unterliegender Ware (d.h. saisonale Ware der Wintersaison 2020/2021), die vor dem 1. Januar 2021 eingekauft und bis 28. Februar 2021 ausgeliefert wurden, geltend machen. 

  • Reisebranche

Gefördert werden Provisionen bzw. Serviceentgelte von Reisebüros sowie kalkulierte Margen von Reiseveranstaltern für Reisen, die seit dem 18. März 2020 storniert wurden (Rücktritt eines Teils vom Vertrag) und im Förderzeitraum November 2020 bis Juni 2021 angetreten worden wären.

  • Pyrotechnikbranche

Unternehmen der Pyrotechnikindustrie, die vom Verkaufsverbot für Pyrotechnik im Dezember unmittelbar betroffen waren und hierdurch im Dezember 2020 einen Umsatzeinbruch von mindestens 80 % gegenüber dem Vorjahresmonat erlitten haben, können eine Förderung für die Monate März bis Dezember 2020 beantragen. Zusätzlich werden Lager- und Transportkosten für Dezember 2020 bis Juni 2021 begünstigt. 

  • Digitalisierung

Einmalig werden Investitionen in die Digitalisierung (z.B. für den Aufbau und die Erweiterung eines Online-Shops und Eintrittskosten bei großen Plattformen) mit bis zu 20.000 € gefördert.

  • Bauliche Modernisierungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen zur Umsetzung von Hygienekonzepten

Hierfür kann eine Förderung von bis zu 20.000 € pro Monat geltend gemacht werden. 

Beihilferecht

Die Höchstgrenze der Förderung wird durch die beihilferechtlichen Fördergrenzen beschränkt. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat allerdings die Möglichkeit einer Kumulierung der beihilferechtlichen Grenzen der „Bundesregelung Kleinbeihilfen 2020“ in Höhe von  1,8 Mio. €, der „De-Minimis-Verordnung“ in Höhe von 200.000 € und der „Bundesregelung Fixkostenhilfe 2020“ in Höhe von 10 Mio. € auf insgesamt 12 Mio. € vorgesehen. 

Gerne sind wir Ihnen bei der Beantragung der Überbrückungshilfe III behilflich oder beraten Sie zu den Ihnen zur Verfügung stehenden Finanzierungsoptionen. Sprechen Sie uns gerne an. 

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