Neuheiten 2018 Was es zu beachten gilt

Als mittelständisches Beratungsunternehmen mit den Kernbereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Rechtsberatung sowie Insolvenzverwaltung und Sanierungsberatung stellen wir Ihnen hier einige der wichtigsten praxisrelevanten Gesetzesänderungen vor, die 2018 in Kraft treten und der Aufmerksamkeit bedürfen. Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Einkommenstarif

Der steuerliche Grundfreibetrag steigt zum 1.1.2018 auf 9.000 €. Der Kinderfreibetrag wird auf 2.394 € je Kind erhöht. Dadurch soll die so genannte kalte Progression ausgeglichen werden. Die volle Entlastungswirkung beträgt über 6 Mrd. € jährlich.

Neue Grenzen für geringwertige Wirtschaftsgüter

Mit dem neuen Jahr werden die Grenzen für geringwertige Wirtschaftsgüter von bisher 410 € auf 800 € sowie die Wertgrenze zur Bildung eines Sammelpostens von 150 € auf 250 € für Anschaffungen nach dem 31.12.2017 angehoben.

Registrierkassen

Seit 2017 dürfen nur noch solche Kassen eingesetzt werden, die Einzelumsätze aufzeichnen und diese für mindestens zehn Jahre unveränderbar abspeichern können. Zur Prüfung der Ordnungsmäßigkeit der Aufzeichnungen und Buchungen von Kasseneinnahmen und Kassenausgaben wird die Finanzverwaltung ab dem 1.1.2018 das Instrument der neuen Kassennachschau nutzen. Die Finanzbehörde kann somit ohne vorherige Ankündigung und außerhalb einer Außenprüfung während der üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten Geschäftsräume des Steuerpflichtigen betreten, um Sachverhalte festzustellen, die für die Besteuerung erheblich sein können.

Änderungen des Mutterschutzgesetzes (MuSchG)

Bisher galt das MuSchG nur für Frauen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen oder in Heimarbeit beschäftigt sind. Der geschützte Personenkreis wird nun erheblich erweitert. Durch die Neuregelung werden u.a. auch Frauen geschützt, die wegen ihrer wirtschaftlichen Unselbstständigkeit als arbeitnehmerähnliche Personen anzusehen sind. Damit fallen ab dem 1.1.2018 z.B. auch Fremdgeschäftsführerinnen und so genannte Minderheiten-Gesellschafter-Geschäftsführerinnen unter den Schutzbereich des Mutterschutzgesetzes. Außerdem können sich zukünftig auch Frauen mit Behinderung, die in einer Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt sind, auf die Geltung des Mutterschutzgesetzes berufen. Gleiches gilt für Frauen in betrieblicher Berufsausbildung, Praktikantinnen sowie Schülerinnen und Studentinnen, soweit die jeweilige Ausbildungsstelle Ort, Zeit und Ablauf der Ausbildungsveranstaltung verpflichtend vorgibt.

Generelle Überarbeitung des Bauvertragsrechts

Für alle Werkverträge, die ab dem kommenden Jahr geschlossen werden, gilt neues Recht. So sind Verbraucherbauverträge zukünftig zumindest in Textform zu schließen, ein mündlicher Vertrag „per Handschlag“ reicht nicht mehr aus. Außerdem muss der Bauunternehmer dem Verbraucher vor Vertragsschluss eine ausführliche Baubeschreibung zur Verfügung stellen. Dem Verbraucher steht zudem ein Widerrufsrecht mit einer Frist von 14 Tagen ab Zugang der Widerrufsbelehrung zu. Vergisst der Bauunternehmer die Belehrung, kann der Verbraucher bis zu einem Jahr und 14 Tagen nach Vertragsschluss widerrufen, unabhängig davon, ob die Bauleistung begonnen oder sogar schon fertiggestellt wurde. Änderungen gibt es auch im Bereich der Nachbesserungen, die das Unternehmen teilweise weitergeben kann.

Betriebsrentenstärkungsgesetz

Die Betriebsrente ist eine der wichtigen Säulen in der Altersabsicherung, aber immer noch wenig verbreitet. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz soll dazu beitragen, Betriebsrenten attraktiver zu machen. So wird zukünftig ein Arbeitgeberzuschuss von 240 € bis 480 € bei einem monatlichen Einkommen von bis zu 2.200 € mit einem direkten Steuerzuschuss von 30 % begünstigt. Die Möglichkeit, steuerfreie Zahlungen in betriebliche Versorgungseinrichtungen zu leisten, wird auf 8 % der Beitragsbemessungsgrenze erhöht und die Grundlage der Riester-Rente steigt von derzeit 154 € auf 175 €. Für Abfindungen, die in eine betriebliche Altersversorgung fließen, wird der bisherige Betrag mit 1.800 € durch eine dynamische Grenze in Höhe von 4 % der BBG ersetzt.

Kleinbetragsrentenabfindung

Neue Riester-Produkte müssen ab 2018 ein Wahlrecht für Riester-Sparer enthalten. Künftig kann dieser wählen, ob er die Abfindung seiner Kleinbetragsrente zu Beginn der Auszahlungsphase erhalten möchte oder zum 1. Januar des Folgejahres. So kann beispielsweise erreicht werden, dass die Abfindung im Jahr des ersten Rentenbezugs gezahlt wird, in dem üblicherweise geringe Einkünfte vorliegen, so dass die Steuerlast, die sich aus der Einmalzahlung ergibt, niedriger ausfällt.

Die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) ist anzuwenden

Die EU-DSGVO hat zum Ziel, den Datenschutz in der Europäischen Union zu vereinheitlichen und den Umgang mit personenbezogenen Daten und deren Inhaber zu schützen. Sie ist ab dem 25.5.2018 in allen Unternehmen anzuwenden. Auf Unternehmen kommen verstärkte Dokumentations- und Meldepflichten gegenüber datenschutzrechtlichen Behörden zu. Zudem benötigt jedes Unternehmen ab zehn Mitarbeitern zukünftig einen Datenschutzbeauftragten. Zentrales Anliegen der EU-DSGVO ist der Aufbau eines „Datenschutz-Managements“. Hierzu gehören neben datenschutzrechtlichen Vorgaben für das Unternehmen und klaren Zuständigkeitszuweisungen vor allem auch Kontrollen und Prozesse zur Verbesserung der Datenschutzorganisation. Weiter fordert die EU-DSGVO angemessene Datensicherheitsmaßnahmen. Hierdurch ist insbesondere die IT-Sicherheit angesprochen, die anhand eines Informationssicherheits-Management-Systems ausgerichtet werden sollte.

Gesetzliche Krankenversicherung für Selbstständige

Die nach dem Arbeitseinkommen zu bemessenden Beiträge sollen ab dem 1.1.2018 nur noch vorläufig festgesetzt werden. Die vorläufig festgesetzten Beiträge werden auf Grundlage der tatsächlich erzielten beitragspflichtigen Einnahmen für das jeweilige Kalenderjahr, nach Vorlage des jeweiligen Einkommensteuerbescheids, endgültig festgesetzt. In Höhe dieser Einnahmen erfolgt dann eine erneute vorläufige Festsetzung der Beiträge für die Zukunft. Aufgrund der vorläufigen Festsetzung kann es sowohl zu Beitragsnachforderungen als auch zu Beitragsrückzahlungen kommen.

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