Die Prüfung von Corporate-Governance-Systemen

Zweck einer Corporate Governance

Nicht erst der Skandal um die Manipulation der Abgaswerte von Dieselmotoren des Volkswagenkonzerns hat die Bedeutung einer wirksamen Corporate Governance im Unternehmen verdeutlicht. Ein Corporate-Governance-System hat die Aufgabe, Vermögens- und Reputationsschäden vom Unternehmen abzuwenden. Basis eines funktionierenden Systems bilden die folgenden vier Säulen: Das Compliance Management trägt dafür Sorge, dass Gesetze und Richtlinien eingehalten werden. Das Risikomanagement identifiziert und bewertet die strategischen wie operativen Risiken. Das Interne Kontrollsystem stellt sicher, dass die zur Risikobegrenzung vereinbarten Maßnahmen eingehalten werden. Die Interne Revision als unabhängige Instanz prüft die Wirksamkeit des gesamten Systems. Basis zur Vermeidung von Vermögens- und Reputationsschäden ist eine ordnungsgemäße Abwicklung der Geschäftsvorfälle und korrektes Handeln durch Geschäftsführung und Mitarbeiter. Dies gilt sowohl für inhabergeführte Gesellschaften als auch für börsennotierte Konzerne.

Prüfung des Corporate-Governance-Systems

Ein wirksamer Schutz vor Vermögens- und Reputationsschäden kann nur dann sichergestellt werden, wenn das eingerichtete Corporate-Governance-System und seine oben genannten Module einer regelmäßigen Prüfung unterzogen werden. Das Institut der Wirtschaftsprüfer hat dazu vor einiger Zeit Prüfungsstandards und damit Leitfäden für die vier Bestandteile einer Corporate Governance vorgelegt. Ein integrierter Prüfungsansatz stellt sicher, dass sowohl das Zusammenspiel der Module als auch die Schnittstellen zwischen den vier Säulen ganzheitlich betrachtet werden. Mit der Prüfung nach diesen neuen Standards trägt ein Unternehmen zur Steigerung der eigenen Qualität und Sicherheit der Steuerungs- und Kontrollmechanismen bei.

Vorteile des Prüfungsansatzes

Durch den integrierten Prüfungsansatz aller Bestandteile des Corporate-Governance-Systems wird die präventive Wirkung der Überwachungssysteme und eine effiziente Verknüpfung der Kontrollprozesse zur Abwehr von Vermögens- und Reputationsschäden gewährleistet. Aus Unternehmenssicht leistet der Ansatz einen wichtigen Beitrag zur Unternehmenssteuerung, da die Bestandteile der Corporate Governance in vielfältiger Weise auf die Entscheidungen der Organe und deren Qualität Einfluss nehmen. Zudem erhält die Unternehmensleitung die Sicherheit und Nachweisfunktion, dass sie ihrer Sorgfaltspflicht in Bezug auf die Einrichtung wirksamer Corporate-Governance-Systeme nachgekommen ist. Somit eine lohnende Investition.

Andreas Stamm

Wirtschaftsprüfer, Steuerberater

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Dr. Matthias Johnen

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