EU-Mehrwertsteuerreform: International agierende Unternehmen sollten sich frühzeitig zertifizieren lassen

Bonn, 20. November 2017 – Für das Jahr 2022 plant die europäische Union die größte Umsatzsteuerreform seit 25 Jahren. Mit dem Vorstoß reagiert die EU-Kommission auf die Schwächen des bislang geltenden Systems und dessen Anfälligkeit für Steuerbetrug. Nach Schätzungen entgehen dem europäischen Fiskus jährlich bis zu 150 Milliarden Euro.

Geplant ist der Übergang auf das Bestimmungslandprinzip bis zum Jahr 2022. Grenzüberschreitende Transaktionen sollen dann nach den Vorgaben des Bestimmungslandes, z.B. nach dem dort gültigen Mehrwertsteuersatz, besteuert werden. Die Steuerschuld soll beim jeweiligen Lieferanten liegen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Auswirkungen der Änderungen für die internen Prozesse von Unternehmen erheblich sein werden. Organisationen sollten sich schon jetzt mit der Thematik auseinandersetzen. In vielen Bereichen, wie beispielsweise in der Finanzbuchhaltung und der EDV, sind umfangreiche Anpassungen zu erwarten.

Bereits mit Wirkung vom 1.1.2019 ist zudem eine Reform des derzeitigen Systems in Bezug auf Reihengeschäfte, Konsignationslager etc. geplant. Dabei kommt der Einführung eines zertifizierten Steuerpflichtigen besondere Bedeutung zu. Diesen Status erhalten Unternehmen, die aus Sicht des Fiskus als besonders vertrauenswürdig gelten, weil sie ein Tax Compliance System nutzen. Zertifizierte Unternehmen profitieren von Vereinfachungsregelungen in der Umsatzsteuerdeklaration sowie in den Nachweispflichten.

„Grundsätzlich sind die Neuregelungen zu begrüßen, schließlich bekommen Unternehmer Instrumente an die Hand, welche die Liefer- und Leistungsbeziehungen innerhalb der EU rechtssicherer gestalten“, sagt Gert Klöttschen, Steuerberater und Umsatzsteuerexperte beim Beratungsunternehmen dhpg. „Die Unternehmen sollten sich allerdings frühzeitig mit den geplanten Änderungen auseinandersetzen. Jetzt gilt es die verbleibende Zeit zu nutzen und die wichtigen Voraussetzungen für eine Zertifizierung zu schaffen, damit sie von den Vorteilen profitieren zu können.“

 

Über dhpg:
Die dhpg ist eines der führenden, mittelständischen Beratungsunternehmen in Deutschland, das sich auf die Kernbereiche Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung sowie Insolvenzverwaltung und Sanierungsberatung spezialisiert hat. Das inhabergeführte Unternehmen gehört mit mehr als 500 Mitarbeitern an zehn Standorten zu den 15 größten seiner Branche. Die dhpg ist Teil des Nexia-Netzwerks, das mit über 24.000 Mitarbeitern in 120 Ländern und einem Umsatzvolumen von
3,1 Milliarden US-Dollar zu den Top 10 der internationalen Beratungs-Netzwerke zählt.

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